Rürup-Rente / Basis-Rente

Rürup-Rente / Basis-Rente

Die Besonderheiten der Rürup-Rente

Zu Beginn 2005 wurde das Alterseinkünftegesetz eingeführt. Die Basis Rente trat damit neben die betriebliche Altersversorgung, die Riester-Rente und die „klassische“ private Rentenversicherung. Wegen ihrer von diesen Vertragsformen abweichenden Leistungskriterien und steuerlichen Behandlung gilt sie als günstige Alternative insbesondere für Personen, welche in der Ansparphase ein höheres steuerpflichtiges Einkommen haben und/oder mangels Pflichtversicherung zur gesetzlichen Rentenversicherung keine Riester-Rente in Anspruch nehmen können, etwa weil sie Selbständige und Freiberufler sind oder beitragspflichtig zu einem Versorgungswerk.

Grundsätzlich ist der Abschluss einer Basis-/ Rürup-Rente keiner Zielgruppe zugeordnet, so dass jeder die Vorteile dieser Vorsorgeform in Anspruch nehmen kann (z.B. auch Beamte).

Die Steuervorteile:

Der größte Unterschied zur Riester-Rente besteht darin, dass die Basisrente keine staatlichen Zulagen erhält. Die Basisrente wird über Steuervorteile finanziert. Die steuerlichen Vorteile der Altersvorsorge erhöhen sich noch beträchtlich in den nächsten Jahren.

Für die steuerliche Behandlung der Basisrente sind zwei Phasen zu unterscheiden, und zwar die Anwartschaftsphase (Ansparphase) und die Leistungsphase (Rentenphase). Ein Vorteil der Basisrente ist, dass sie von der Abgeltungssteuer ausgenommen ist.

Ansparphase

Der abzugsfähige Höchstbetrag lag bis 2014 bei 20.000 € (Ledige) und 40.000 € (gemeinschaftlich veranlagte Verheiratete). Im Zuge des „Gesetzes zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ wurde die Grenze jedoch angehoben. Seit 2015 ist diese an den Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung gekoppelt. Dieser setzt sich aus dem Beitragssatz zur knappschaftlichen Rentenversicherung (2015 bei 24,8 Prozent) und der dazugehörigen Beitragsbemessungsgrenze (2015: 89.400 Euro/Jahr) zusammen und wird jährlich angepasst. 2015 ist der als Sonderabgaben abzugsfähige Höchstbetrag durch die Neuregelung auf 80 Prozent aus 22.172 Euro (Ledige) bzw. aus 44.344 Euro (Verheiratete) begrenzt.

Ansparphase: absetzbare Sonderausgaben (Beispiel: jährlicher Beitrag von 4.200 €)

Steuerjahr

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

ab 2025

Anteil

60 %

62 %

64 %

66 %

68 %

70 %

72 %

74 %

76 %

78 %

80 %

100 %

Betrag

2.520 €

2.604 €

2.688 €

2.772 €

2.856 €

2.940 €

3.024 €

3.108 €

3.192 €

3.276 €

3.360 €

4.200 €

Rentenphase

Die steuerliche Behandlung in der Rentenphase der Rürup-Rente entspricht ebenfalls der der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die monatlichen Leistungen aus der Rürup-Rente sind bis 2040 nur begrenzt steuerpflichtig. Der steuerfreie Anteil wird zu Beginn des Rentenbezuges festgelegt und als fester Betrag in Euro lebenslang festgeschrieben (sogenannte Besteuerung nach dem Kohortenprinzip; jeder Jahrgang bildet eine Kohorte). Je später der Rentenbeginn liegt, desto höher ist der Prozentsatz der Rente, der zu versteuern ist. Bis 2020 steigt der steuerpflichtige Prozentsatz von zunächst 50 % für den Rentenbeginn im Jahr 2005 jährlich um 2 %-Punkte an, danach bis 2040 um einen Prozentpunkt. Ab 2040 sind die Leistungen für erstmals ausgezahlte Rürup-Renten dauerhaft voll zu versteuern. Nach dem Jahr des Rentenbeginns erfolgende Rentensteigerungen werden zudem mit 100 % besteuert (§ 22 Nr. 1 Tabelle aa) EStG).

Aufgrund der gesetzlichen Regelungen kann ein Rürup-Rentenvertrag vor Rentenbeginn nicht gekündigt, sondern lediglich beitragsfrei gestellt werden.

Die Basis-/ Rürup-Rente bietet im Vergleich zu einem Produkt aus der dritten Schicht nicht die Möglichkeit einer Kapitalabfindung. Sie wird in der Rentenphase in Form einer lebenslangen Rente ausgezahlt.

Auszahlungsphase: steuerpflichtiger Teil im Erstjahr des Rentenbezugs sowie maßgeblicher Prozentsatz zur Berechnung des auf Dauer festgelegten steuerfreier Rentenanteils berechnet von Jahresbetrag des Folgejahres

Rentenbeginn

2005

2006

2007

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2038

2039

ab 2040

Besteuerungsanteil

50 %

52 %

54 %

62 %

64 %

66 %

68 %

70 %

72 %

74 %

76 %

78 %

80 %

81 %

82 %

98 %

99 %

100 %

Rürup-Rente und Pfändungs- sowie Insolvenzschutz

In der Ansparphase ist die Rüruprente (gemäß § 851c Abs. 2 ZPO) pfändungsgeschützt; dies gilt auch für Selbständige. Außerdem wird sie bei einer Firmenpleite nicht in die Insolvenzmasse einbezogen. In der Leistungsphase besteht Pfändungsschutz innerhalb der Pfändungsfreigrenzen; das Gleiche gilt für den Insolvenzschutz.

Wie bei anderen geförderten Verträgen (Riester, betriebliche Altersversorgung) wird der Wert des Vertrages z. B. auf das Arbeitslosengeld II nicht angerechnet. Es besteht keine Verwertungspflicht dieser Verträge. Eine Rürup-Rente ist während der Ansparzeit unpfändbar. Voraussetzung dafür ist, dass Vertragsabschluss und Beitragszahlungen erfolgen, bevor Arbeitslosengeld II beantragt wurde. Rentenzahlungen hingegen können – wie jede andere Geldzahlung auch – grundsätzlich oberhalb des pfändungsfreien Teils gepfändet werden.

Basis-Rente kombiniert mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung

Die Beiträge zur BU-Zusatzversicherung können im Rahmen der Sonderausgaben der Basisrente steuerlich angesetzt werden. Allerdings darf der Beitrag zur Zusatzversicherung maximal 49 Prozent der Gesamtprämie zur Basisrente ausmachen. Im Gegenzug müssen die Leistungen aus der BU-Versicherung in Kombination mit der Basisrente bei Leistungsbezug versteuert werden.

Im Todesfall:

Versicherer haben ihre Produkte bei der Basisrente („Rürup-Rente“) weiterentwickelt und schließen mittlerweile eine Vererbbarkeit ein. Denn anders als oftmals behauptet, bietet das Alterseinkünftegesetz die Möglichkeit, Hinterbliebene im Rahmen der Basisrente abzusichern.

Anspruch auf eine Leistung im Todesfall haben bei der „Basis-Rente“ grundsätzlich nur die Ehegatten des Versicherten sowie dessen Kinder. Im Falle des Ehegatten muss die Auszahlung immer in Form einer Rente bis zum Lebensende erfolgen, Nachwuchs solange Anspruch auf Kindergeld besteht – also in der Regel bis zum 27. Lebensjahr.

Stirbt der Versicherte in der Ansparphase, bekommt der Hinterbliebene das bis zu diesem Zeitpunkt in dem Vertrag angesammelte Vermögen oder eine vereinbarte Todesfallsumme verrentet. Für die Zeit nach Rentenbeginn kann der Versicherte eine Rentengarantiezeit vereinbaren. Die Höhe der Rente errechnet sich aus der Differenz des Betrags, der für den garantierten Zeitraum gebildet wurde, und den bereits geleisteten Zahlungen. Alternativ können die Kunden bei den meisten Angeboten eine Witwen- und Waisenrente vereinbaren. In diesem Fall zahlt der Versicherer einen festgelegten Prozentsatz der Altersrente an die Hinterbliebenen.